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1.Tag |
Nach
Verfütterung von roten Mückenlarven wirken
zwei der Frösche wie aufgeblasen, und das am ganzen
Körper. Auf hymenochirus.de wird hier von der
"Ballonkrankheit" gesprochen. Da die
anderen Frösche sehr gut genährt aussehen,
werde ich in den nächsten Tagen nicht füttern.
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3.
Tag |
Einer
der beiden Zwergkrallis ist scheinbar von alleine wieder
gesund geworden. Er sieht jetzt wieder völlig normal
aus. Bei dem anderen ist es allerdings noch schlimmer
geworden. Als ich ihn auf die Hand genommen habe bemerkte
ich, dass er scheinbar mit einer klaren Flüssigkeit
gefüllt ist, die direkt unter der Haut sitzt. Die
Wassertemperatur beträgt 26°C.
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4.
Tag |
Werde
die Temperatur heute langsam auf 31°C erhöhen,
da es sich vielleicht um einen Darmverschluss handeln
könnte, der durch die höhere Temperatur gelöst
werden soll.
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5.
Tag |
Die Wärmebehandlung
hat keine Besserung gebracht. Die Temperatur beträgt
jetzt wieder 26°C. Habe ein Foto gemacht: link
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6.
Tag |
Fütterung
heute wieder aufgenommen. Die anderen Frösche scheinen
weiterhin gesund. Habe folgende Informationen in [1]
gefunden:
Zitat: "Als 'Hydrops' wird die bei Fischen
häufig anzutreffende Gasblasenkrankheit bezeichnet.
Sowohl [...] Boettgers Zwergkrallenfrosch (Hymenochirus
boettgeri) [...] erkranken gelegentlich an Hydrops.
Es handelt sich dabei um die Ansammlung von Flüssigkeiten
in einigen oder allen peripheren Lymphsäcken. Dazu
kann es kommen, wenn die als Flüssigkeitspumpen
fungierenden Lymphherzen aus irgend einem Grund nicht
mehr aktiv sind. Dann gibt es keine Möglichkeit
des Flüssigkeitsablaufs, und die Körper der
Amphibien erinnern in ihrem Aussehen an einen mit Wasser
gefüllten Luftballon. Abhilfe kann durch vorsichtiges
Einführen einer dünnen Kanüle in den
betreffenden Lymphsack und Heraussaugen mittels einer
Injektionsspritze erfolgen. Oft werden die Wasserpolster
aber auch von selbst durch eine Reaktivierung der Lymphherzen
zurückgebildet."
Da ich in keinem Buch über Fischkrankheiten
etwas über Hydrops finden konnte, und die Gasblasenkrankheit
rein gar nichts mit Flüssigkeiten unter der Haut
(sondern mit Gasblasen unter der Haut) zu tun
hat, bin ich davon ausgegangen, dass es sich hierbei
um eine Verwechslung handeln muss. Die Krankheit ähnelt
vielmehr der Bauchwassersucht bei Fischen, die
durch einen Virus (Rhabdovirus carpio) verursacht
werden, wobei jedoch immer auch Bakterien (Aeromonas
hydrophila, Pseudomonas hydrophila) beteiligt
sind. Auch eine reine bakterielle Infektion (bakterielle
Bauchwassersucht) soll möglich sein. Von Lymphherzen
oder Lymphdrüsen ist hier allerdings nicht das
Geringste zu finden gewesen. Bei Bauchwassersucht
ist es besonders wichtig, den betroffenen Fisch in ein
Quarantänebecken zu setzen, da die erkrankten Tiere
große Mengen Bakterien abgeben sollen. Daher werde
ich auch den betroffenen Frosch schnellstmöglich
in Quarantäne geben, um zu verhindern, dass die
anderen Frösche ebenfalls befallen werden.
Es könnte ein Zusammenhang zwischen der Bezeichnung
"Hydrops" und der Endbezeichnung der
verursachenden Bakterien ("hydrophila")
bestehen. Vielleicht sollte man also ein Mittel wie
AquaFuran (Wirkstoff Nifurpirinol) einsetzen,
um die Bakterien abzutöten. da dies jedoch auch
die Filterbakterien (Nitrosomas, Nitrobakter) tötet,
ist es allerdings fraglich ohne genaue Diagnose dieses
Mittel anzuwenden. Da die Körperflussigkeit irgendwann
die Lunge abdrücken wird ist höchste Eile
geboten! Hoffentlich finde ich die Lösung noch
rechtzeitig.
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7.
Tag |
Habe
den Frosch in ein Quarantänebecken (ein Eimer)
gesetzt. Dieser wird gut durchlüftet und das Wasser
ist mit einer entsprechenden Menge Nifurpirinol versehen.
Dies wird zumindest die Bakterien abtöten. Von
der Methode den Frosch zu punktieren möchte
ich keinen Gebrauch machen, da ich in einem Forum gelesen
habe, dass man das dann jede Woche machen muss, und
der Frosch schließlich doch stirbt. Ich spekuliere
immer noch auf eine Aktivierung der Lymphherzen aus
eigener Kraft. Auch ein Antibiotikum möchte ich
nicht einsetzen. Hoffentlich schafft es der Kleine aus
eigener Kraft...
Als ich den Kralli umgesetzt habe, fiel mir auf,
dass er sich kaum noch wehren konnte. Als er sich auf
den Rücken gedreht hat, habe ich gesehen, dass
er rote Beine bekommen hat. (Foto) darauf habe ich erneut im
Web gesucht und etwas über "Red Leg Disease"
gefunden. Diese Krankheit wird tatsächlich durch
Aeromonas hydrophila verursacht, und scheint
nur sehr schwer heilbar zu sein. Habe alle gefundenen
Informtionen mal kopiert und in einer Seite zusammengefasst.
dabei habe ich allerdings vergessen die Quellen aufzuschreiben.
Man möge es mir bitte verzeihen. Hier also der
link zu den
gefundenen Inhalten.
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8.
Tag (morgens) |
Habe
heute herausgefunden, dass die englischen Bezeichnungen
"dropsy" und "bloating" sind. Die
Suche im Internet ergab, dass man einen Teelöffel
Meersalz auf eine Gallone (4,546 L) Wasser geben soll,
um durch den veränderten osmotischen Druck ein
schlechtes Klima für die Bakterien zu schaffen.
Außerdem soll es sehr gut zur Vorbeugung gegen
Krankheiten sein. Angeblich soll dropsy das Endstadium
der "Red Leg Disease" sein. Aber vor dem Aufblähen
war da von roten Beinen nichts zu sehen.
Der Frosch lebt noch - besser ist es allerdings noch
nicht geworden. Im Gegenteil: Die roten Stellen an den
Hinterbeinen und am Bauch sind jetzt noch wesentlich
stärker gerötet und der Frosch ist völlig
apathisch. Er kann sich aus eigener Kraft kaum noch
bewegen.
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8.
Tag (mittags) |
Punktion:
Da es hoffnungslos scheint, dass der Frosch überlebt
wenn ich die Flüssigkeit nicht absauge habe ich
mich dazu entschlossen den Frosch entsprechend zu Behandeln.
Also habe ich folgendes in der Apotheke besorgt:
eine 3mm Spritze
eine dünne Kanüle (Gr. 20, 0.40 x 20
mmBl/LB 27 G x 3/4)
etwas Kaliumpermanganat
Dann bin ich wie folgt vorgegangen: Zunächst
wurde etwas Kaliumpermanganat-Lösung vorbereitet
und dann die Spritze zurecht gelegt. Mit Handschuhen
habe ich dann den Frosch auf ein Papiertaschentuch gelegt,
was im Nachhinein ein Fehler war, denn der Eingriff
dauerte länger als ich dachte (etwa 10 Minuten).
Besser wäre eine Kunststoffplatte gewesen, damit
der Frosch nicht austrocknet. So musste ich ihn jede
Minute etwas mit Wasser beträufeln. Dann habe ich
flach in seinen Oberschenkel gestochen, um ihn möglichst
nicht innerlich zu verletzen. Von dort konnte ich die
Flüssigkeit im gesamten Körper absaugen. Das
Absaugen musste in sehr kleinen Schritten erfolgen,
da es nur langsam aus dem restlichen Körper in
den Oberschenkel floss. Dann habe ich einen weiteren
Fehler gemacht: Als es kaum mehr floss, der Bauch und
der Kopf aber immer noch sehr stark gefüllt war,
habe ich den anderen Oberschenkel ebenfalls punktiert.
Das war unnötig, denn als ich von dort absaugte,
füllte sich der andere Schenkel wieder mit Flüssigkeit.
Als der Frosch wieder normal aussah habe ich ihn
zur Desinfektion 2 Sekunden lang in das Kaliumpermanganat-Bad
gelegt, und dann wieder in sein Quarantänebecken.
Insgesamt habe ich 2ml (!) Flüssigkeit abgezogen,
die vom Aussehen her rosa war. Als die Spritze etwas
länger gelegen hatte setzte sich das Blut ab, und
man konnte erkennen das die eigentliche Flüssigkeit
völlig klar war.
Übrigens hat der Frosch sich glücklicherweise
kaum gewehrt und nur bei den Einstichen kurz gezuckt.
Die Vorbereitung:
(v.l.): Der Patient im Quarantäneeimer,
eine 3ml Spritze, eine dünne Kanüle
(s.o.), in dem Döschen mit dem roten
Deckel ist festes Kaliumpermanganat, und
daneben etwas KMnO4 in gelöster Form
als Desinfektionsbad. Das Taschentuch diente
als Unterlage, jedoch wäre eine Kunststoffplatte
wesentlich besser gewesen. |

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So sah der
Patient vor der "Operation" aus.
Der gesamte Körper ist stark mit Körperflüssigkeit
gefüllt und an Oberschenkeln und Bauch
erkennt man deutlich rote Stellen. Selbst
die Stirn und das Kinn sind extrem stark
gefüllt. Der Frosch kann sich kaum
bewegen und droht zu ersticken wenn ihm
nicht geholfen wird. |

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Hier sieht
man, wie der Frosch von der überschüssigen
Flüssigkeit befreit wird. Mit der Nadel
wird flach in den Oberschenkel gestochen,
und dann die Flüssigkeit in sehr kleinen
Schritten (es fließt sehr langsam)
abgezogen. Dabei sollte man die Hand möglichst
gut abstützen (besonders wenn man so
nervös ist wie ich es war) und erst
dann den Einstich vornehmen, um so wenig
wie möglich zu wackeln. Der Frosch
hat während dessen völlig ruhig
gelegen, und nur beim Einstechen kurz gezuckt.
Zwischendurch wurde das Tier immer wieder
mit Wasser beträufelt, damit er nicht
austrocknete. |

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Der Frosch
nach dem Entfernen des Großteils der
Flüssigkeit. Es hat ca. 10 Minuten
gedauert.Man kann wieder erkennen, dass
es ein Zwergkrallenfrosch ist. Der Frosch
wurde nach dem "Eingriff" für
etwa 2 Sekunden in das KMnO4-Bad gelegt,
um die Wunden zu desinfizieren. Die Haut
hängt jetzt sehr schlaff am Körper
des Frosches.
Übrigens ist ein Einstich
völlig ausreichend, da die Flüssigkeit
des gesamten Körpers in den Oberschenkel
nachfließt. |

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Es wurden 2ml
(!) Flüssigkeit abgesaugt. Der Frosch
war vorher etwa drei mal so dick wie nachher.
Als sich das Blut abgesetzt hatte konnte
man darüber eine klare, hellgelbe Flüssigkeit
erkennen.
Die Größe der Kanüle
hat sich als sehr gut erwiesen, da die Verletzung
sehr gering war, und die Flüssigkeit
ausreuichend schnell abgezogen werden konnte.
Die Größenangabe lautete:
(Gr. 20, 0.40 x 20 mmBl/LB 27 G x 3/4) |

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Der Frosch
im Quarantänebecken, das gut Belüftet
wurde. Er hat zunächst sehr lange in
einer Art Schreckstarre verweilt und sich
überhaupt nicht bewegt, so dass man
denken konnte er sei tot. Nach einer Weile
hat er wieder angefangen sich zu bewegen. |

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9.
Tag |
Leider
ist der Zwergkrallenfrosch gestorben. Er war vermutlich
schon viel zu geschwächt. Ich hätte ihn spätestens
am 4. Tag operieren sollen, und nicht erst am 8. Tag,
da sich in den darauffolgenden Tagen der Zustand wesentlich
verschlechtert hatte. Ich kann jedem nur dringend empfehlen
bei einer solchen Krankheit den Frosch frühzeitig
von der überschüssigne Flüssigkeit zu
befreien, da er sonst auf jeden Fall sterben wird. Leider
gab es zum damaligen Zeitpunkt keine Seite, die das
punktieren näher beschrieben hätte, weshalb
ich diese Seite erstellt habe. Sie soll Besitzern von
an Hydrops erkrankten Zwergkrallenfröschen die
Scheu nehmen einen solchen kleinen Eingriff vorzunehmen,
da dies die Chance für das Überleben des Tieres
vergrößert und eine Reaktivierung der Lymphherzen
in Gang bringen kann. Dass es bei meinem Frosch leider
zu spät war, sollte jeden davon abhalten zu lange
mit einer Operation zu warten. Ohne diesen Eingriff
wäre der Frosch qualvoll erstickt. Abschließend
möchte ich noch darauf hinweisen, dass man das
Punktieren auf jeden Fall zu zweit machen sollte, falls
der Frosch zappelt.
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