Schnecken im Aquarium
sind für so manchen Aquarianer eine wahre Horrorvorstellung.
Es gibt jedoch auch Fans reiner Schneckenaquarien. Wie kommt das?
Wer schon einmal eine Schneckenplage im Aquarium hatte, der kann
erstere verstehen und wer schon einmal über die Schönheit
und das interessante Verhalten vieler Schnecken gestaunt hat, dar
kann auch zweitere verstehen. Zudem erfüllen Schnecken äußerst
wichtige Aufgaben im Aquarium wie z.B. die Auflockerung und durchlüftung
des Bodens (Turmdeckelschnecken) oder auch die Vertilgung von Futterresten,
toten Tieren und Pflanzen, sowie der Verzehr von Algen. Sie sind
daher aus einem funktionsfähigen, biologisch ausgeglichenen
Aquatischen System eigentlich nicht wegzudenken. Die Kunst einer
erfolgreichen Schneckenhaltung (dabei ist an ein Aquarium ohne angefressene
Pflanzen und ohne eine zu starke Vermehrungsrate der Weichtiere)
besteht in der Fütterung. Füttert man zu viel, oder bietet
den Tieren übermäßig viele Algen (hervorgerufen
durch falsche Beleuchtung und/oder Überdungung), dann leben
die Schnecken in saus und braus und eine explosionsartige Vermehrung
kann die Folge sein. |
Aufbau eines Schneckengehäuses: Da bei der Haltung von Schnecken teilweise
Probleme in Form von zerfressenen (löchrigen) Häusern
auftreten, soll hier kurz der Aufbau einer solchen Schale erwähnt
werden: Die Schale besteht aus drei Schichten (siehe Abbildung).
Die äußere Schicht (das Periostracum) besteht aus Conchin
(aus Chitin und Skleroproteinen bestehende organische Substanz).
Dies ist eine hornartige Schutzschicht. Die mittlere Schicht (das
Ostracum) besteht aus Kalkprismen und bildet die Hauptschicht des
Schneckenhauses. Die innerste Schicht (das Hypostracum) besteht
aus Perlmutt. Das sind durch planparallele Schichten aus Conchin
verkittete Plättchen von Calciumcarbonat (Aragonit). Nun
kann es vorkommen, dass sich Schnecken gegenseitig aufs "Dach"
steigen um dort vorhandenen Algen abzuweiden. Dabei kann es vorkommen,
dass sie die äußere Schutzschicht (diese Schützt
in gewissem Rahmen auch vor Säureangriffen auf die Kalkschicht)
anfressen, und die darunterliegende Schicht freilegen. Liegt der
pH-Wert jetzt im saueren Bereich, dann löst sich das Haus langsam
auf. Aus diesem Grund sollte man vorsorglich den pH-Wert im Auge
behalten.
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Wie
sind Süßwasserschnecken aufgebaut? Eine Schnecke (hier im Bild links schematisch
der äußere Aufbau einer Apfelschnecke) besitzt kurze
Fühler (Tentakeln) am Maul und längere Fühler am
Kopf. Sie hat Augen mit denen sie hell und dunkel wahrnehmen kann,
und ein Atemrohr (das haben nicht alle Süßwasserschneckenarten)
mit dem sie an der Wasseroberfläche atmosphärische Luft
aufnehmen kann. Süßwasserschnecken atmen aber auch (überwiegend)
mit inneren Kiemen, so dass sie eher selten an der Oberfläche
Luft holen. Die Lauffläche (Kriechsohle) nennt man Fuß
(deshalb heißen Schnecken wissenschaftlich Gastropoda, was
wörtlich übersetzt "Bauchfüßer" bedeuted.
Einige Schneckenarten besitzen außerdem einen auf dem Fuß
liegenden Gehäusedeckel (Operculum).
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Wie
bewegen sich Schnecken fort?
Die Fortbewegung der Schnecken erfolgt durch Kontraktionswellen
der Muskulatur der Kriechsohle, wodurch diese kaum merklich vom
Boden abgehoben wird.
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Wie
fressen Schnecken?
Schnecken besitzen keine Zähne, sondern eine Raspelzunge,
die sogenannte Radula. Die Radula [spätlateinisch für
Schabeisen] ist eine mit winzigen Zähnen besetzte Chitinmembarn
in der Mundhöhle der Schnecke, die ständig nachwächst.
Mit Hilfe der Radula zerreiben die Schnecken ihre Nahrung. Sie wird
ähnlich wie eine Zunge benutz und kann vor- und zurückbewegt
werden. Dadurch reißen sie kleine Nahrungsbestandteile ab
und befördern es in ihren Magen. Eine interessante Seite zur
Funktion der Radula findet man hier. man unterscheidet zwei Arten von Raspelzungen:
rhipidoglossae Radula (Fächerraspelzunge) und docoglosse Radula (Balkenraspelzunge).
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