Einführung
Wort und Bild unterliegen (c) 2002 Gastropoda.de

Schnecken im Aquarium sind für so manchen Aquarianer eine wahre Horrorvorstellung. Es gibt jedoch auch Fans reiner Schneckenaquarien. Wie kommt das?
Wer schon einmal eine Schneckenplage im Aquarium hatte, der kann erstere verstehen und wer schon einmal über die Schönheit und das interessante Verhalten vieler Schnecken gestaunt hat, dar kann auch zweitere verstehen. Zudem erfüllen Schnecken äußerst wichtige Aufgaben im Aquarium wie z.B. die Auflockerung und durchlüftung des Bodens (Turmdeckelschnecken) oder auch die Vertilgung von Futterresten, toten Tieren und Pflanzen, sowie der Verzehr von Algen. Sie sind daher aus einem funktionsfähigen, biologisch ausgeglichenen Aquatischen System eigentlich nicht wegzudenken.
Die Kunst einer erfolgreichen Schneckenhaltung (dabei ist an ein Aquarium ohne angefressene Pflanzen und ohne eine zu starke Vermehrungsrate der Weichtiere) besteht in der Fütterung. Füttert man zu viel, oder bietet den Tieren übermäßig viele Algen (hervorgerufen durch falsche Beleuchtung und/oder Überdungung), dann leben die Schnecken in saus und braus und eine explosionsartige Vermehrung
kann die Folge sein.
 

Aufbau eines SchneckenhausesAufbau eines Schneckengehäuses:

Da bei der Haltung von Schnecken teilweise Probleme in Form von zerfressenen (löchrigen) Häusern auftreten, soll hier kurz der Aufbau einer solchen Schale erwähnt werden:
Die Schale besteht aus drei Schichten (siehe Abbildung). Die äußere Schicht (das Periostracum) besteht aus Conchin (aus Chitin und Skleroproteinen bestehende organische Substanz). Dies ist eine hornartige Schutzschicht. Die mittlere Schicht (das Ostracum) besteht aus Kalkprismen und bildet die Hauptschicht des Schneckenhauses. Die innerste Schicht (das Hypostracum) besteht aus Perlmutt. Das sind durch planparallele Schichten aus Conchin verkittete Plättchen von Calciumcarbonat (Aragonit).
Nun kann es vorkommen, dass sich Schnecken gegenseitig aufs "Dach" steigen um dort vorhandenen Algen abzuweiden. Dabei kann es vorkommen, dass sie die äußere Schutzschicht (diese Schützt in gewissem Rahmen auch vor Säureangriffen auf die Kalkschicht) anfressen, und die darunterliegende Schicht freilegen. Liegt der pH-Wert jetzt im saueren Bereich, dann löst sich das Haus langsam auf. Aus diesem Grund sollte man vorsorglich den pH-Wert im Auge behalten.

Ampullaria AnatomieWie sind Süßwasserschnecken aufgebaut?

Eine Schnecke (hier im Bild links schematisch der äußere Aufbau einer Apfelschnecke) besitzt kurze Fühler (Tentakeln) am Maul und längere Fühler am Kopf. Sie hat Augen mit denen sie hell und dunkel wahrnehmen kann, und ein Atemrohr (das haben nicht alle Süßwasserschneckenarten) mit dem sie an der Wasseroberfläche atmosphärische Luft aufnehmen kann. Süßwasserschnecken atmen aber auch (überwiegend) mit inneren Kiemen, so dass sie eher selten an der Oberfläche Luft holen. Die Lauffläche (Kriechsohle) nennt man Fuß (deshalb heißen Schnecken wissenschaftlich Gastropoda, was wörtlich übersetzt "Bauchfüßer" bedeuted. Einige Schneckenarten besitzen außerdem einen auf dem Fuß liegenden Gehäusedeckel (Operculum).

KriechsohleWie bewegen sich Schnecken fort?
Die Fortbewegung der Schnecken erfolgt durch Kontraktionswellen der Muskulatur der Kriechsohle, wodurch diese kaum merklich vom Boden abgehoben wird.

Eine Apfelschnecke wie man sie an der Aquariumscheibe sehen kann.Wie fressen Schnecken?

Schnecken besitzen keine Zähne, sondern eine Raspelzunge, die sogenannte
Radula. Die Radula [spätlateinisch für Schabeisen] ist eine mit winzigen Zähnen besetzte Chitinmembarn in der Mundhöhle der Schnecke, die ständig nachwächst. Mit Hilfe der Radula zerreiben die Schnecken ihre Nahrung. Sie wird ähnlich wie eine Zunge benutz und kann vor- und zurückbewegt werden. Dadurch reißen sie kleine Nahrungsbestandteile ab und befördern es in ihren Magen. Eine interessante Seite zur Funktion der Radula findet man hier. man unterscheidet zwei Arten von Raspelzungen: rhipidoglossae Radula (Fächerraspelzunge) und docoglosse Radula (Balkenraspelzunge).

  HOME