AUSGABE November 2002  EXTRA

 Geplatztes Aquarium - was nun?

 

    Einleitung

 

Der Albtraum jedes Aquarianers: Über Nacht platzt das Aquarium und der gesamte Wasserinhalt läuft in die Wohnung und etliche Fische gehen ein. Während die meisten Zierfischhalter glücklicherweise vor solchen Katastrophen verschont bleiben, ist genau dies einem Bekannten  von mir passiert.

Eines Nachts wachte Daniels Freundin auf, weil sie im Nebenzimmer etwas plätschern hörte. Als sie nachschaute, entdeckte sie den Aquarianer-GAU: An einer Seite hatte sich die Scheibe gelöst und in einer starken Fontäne schoss das Wasser aus dem Aquarium mitten ins Wohnzimmer und bahnte sich  dort seinen Weg über den Teppich unter die Möbel. Daniel war natürlich sofort mobilisiert, und rannte erst mal in die drei Stockwerke tiefer gelegene Wohnung seiner Eltern. Nach dem er dort auch alle aufgescheucht hatte rannte er wieder hoch um sich das Ausmaß der Katastrophe noch mal anzusehen: Das MP Karat 120 (240 L Volumen) leerte sich zunehmend . Wäre nicht die Abdeckung auf dem Aquarium gewesen, hätte sich die Seitenscheibe vermutlich sofort verabschiedet, aber so hielt sie das Aquarium noch eine Weile zusammen, und etwa 30 Liter Wasser sind noch im Aquarium geblieben. Vor allem als dann Daniels Vater mit Schraubzwingen und Holzklötzen kam um das Becken wenigstens bis zum nächsten Morgen zu stabilisieren. Die mit dem Wasser auf den Teppich geflossenen Fische wurden erst mal in einem Eimer aufbewahrt.

Jetzt hieß es zunächst die riesige Menge Wasser aufzusammeln. Mit vielen Tüchern und Eimern wurde das Wasser so schnell wie möglich aufgesaugt, aber bereits nach 20 Minuten kam das Wasser schon im Erdgeschoss an! Es hatte sich seinen Weg nach unten also blitzschnell gesucht. Wände, Teppich und einige Möbelstücke waren komplett durchgeweicht.

Am nächsten Tag würde die Wohnung weiter trockengelegt. Der Teppich und die Wände waren komplett ruiniert. Glücklicherweise ersetzte der Aquaristikhändler das Aquarium sofort (allerdings gegen eines von "minderer" Qualität), und meinte, dass das in 30 Jahren noch nicht vorgekommen sei. Die Silikonnaht war beim Hersteller unsauber geklebt worden. Dies hat dann bei dem nur 5 Monate alten Becken dazu geführt, dass sich die Scheibe löste und das Wasser austreten konnte.

 

    Was nun?

 

 

Nach dem der erste Schock überwunden war, und die Wohnung wieder einigermaßen trockengelegt, schrieb Daniel einen Brief an die Firma MP. Dort zeigte man sich sehr betroffen und versprach Ersatz und eine Entschädigung für den entstandenen Sachschaden. Danach schrieb Daniel noch 5 mails, warum er nichts mehr von der Firma höre. Bisher leider ohne Rückantwort. Man will die Sache bei MP wohl aussitzen. Nicht gerade Kundenfreundlich!

 

 

Vorsorgemaßnahmen:

 

Nach dem Daniel das Aquarium geplatzt ist, wollte er natürlich so etwas nicht noch einmal erleben. Nach einigem hin- und her überlegen kam er auf die geniale Idee, dass man die Kanten mit Aluminiumwinkeln verstärken könnte. Dazu hat er Aluwinkel mit den Maßen 50x2x2 cm (Dicke etwa 1,5 mm) mit Aquariensilikon auf die Kanten geklebt (siehe Bild).

 

Ansonsten kann man wohl nur das tun was wohl jeder Aquarianer insgeheim tut: "Aquarius" bitten, dass das Aquarium noch lange hält ...

 

Wer mittels einer Versicherung den finanziellen Schaden so gering wie möglich halten möchte, der muss einiges beachten. Noch lange nicht jede Hausratversicherung kommt für Wasserschäden, die durch ein geplatztes Aquarium entstanden sind, auf. Vor allem nicht dann, wenn es sich um Fremdverschulden (wie hier ein Produlktionsfehler des Herstellers) handelt. Das "Problem" war hier, dass nicht das Glas gebrochen, sondern sich das Silikon geklöst hatte. Ein Glasbruch-Schaden lag also nicht vor. Interessante Links zum Thema Aquarium und Versicherungen findet man hier:

 

    http://www.muenster.de/~schwarzm/versung.htm

 

    http://www.firstfish.de/index.html?tipps/tip_vers3.htm

 

    http://home.t-online.de/home/christian.ebert/aqvers.htm