Vergiftungen

Die Vergiftungesmöglichkeiten in dem Mini-Ökosystem Aquarium sind hoch. Zunächst haben schlechte Umwelbedingungen (in Form von geringen Giftkonzentrationen) allein schon eine schwächende Wirkung auf den Fisch. Dadurch können dann parasitäre Erkrankungen ausbrechen. Hier soll aber gezielt auf die reinen Vergiftungen näher eingegangen werden.

Typische Anzeichen sind plätzlich oder in einem kurzen Zeitraum auftretende Symptome bei allen Fischen im Aquarium. Dazu gehören z.B. schießende Schwimmbewegungen und unnatürliche Körperhaltungen, Notatmung an der Wasseroberfläche, apathisches Verhalten, und mangelnde Reaktionsfähigkeit.
Häufig treten diese Erscheinungen nach einem Teilwasserwechsel (TWW) auf, durch den sich die Wasserwerte oft rapide ändern können. Beispielsweise kann der TWW eine pH-Wert Anstieg verursachen, durch den dann aus Ammonium das giftige Ammoniak entsteht. Oder es können durch das neue Wasser selbst Schadstoffe wie Kupfer, Zink oder Chlor in das Aquarium gelangen.
Aber auch durch Unachtsamkeit können Gifte wie Nikotin, Seifen oder Haarspray ins Wasser gelangen.

Neben Schwermetallen und Chlor (die man mit sogenannten Wasseraufbereitern neutralisieren kann) spuielen die folgenden Gifte die hauptsächliche Rolle im Aquarium:

 

 Giftstoff

Beschreibung / Maßnahmen

 Ammoniak

Die Gefahr einer Ammoniakvergiftung besteht vorwiegend in der Einlaufphase des Aquariums und nur bei pH-Werten über 7. Denn dann bildet sich aus Ammonium das ätzende Ammoniak-Gas, welches im Wasser gelöst den Fischen sehr schadet. Hier gilt es, in der Anfangsphase den Besatz des Aquariums so gering wie möglich zu gestalten, und nur langsam zu erhöhen. Der Grenzwert liegt bei 0.1mg/L. Auch bei unterdimensionierten Filteranlagen kann eine Ammoniak-Vergiftung entstehen. Daher das Aquarium nicht überbesetzen! (Grobe Faustregel: 1cm Fisch pro 1L Aquarienwasser.)

 Nitrit

In neu eingerichteten Aquarien oder bei neuen bzw. akriebisch gereinigten Filtermaterialien kann es durch die noch nicht richtig arbeitenden Filter- und Bodenbakterien leicht zu einem Anstieg des Nitrit-Wertes kommen. Daher ist es sehr wichtig das Aquarium in der Anfangsphase nur sehr gering zu besetzten und den Nitrit-Wert möglichst täglich zu kontrollieren. Sollte der Wert zu hoch sein (>0.5mg/L) so hilft ein Teilwasserwechsel den Wert zu senken.

 Sauerstoffmangel

Wird zu viel CO2 in das Aquarium eingeleitet, so wird der Sauerstoffanteil immer geringer, und kann in kritische Bereiche absinken. Ein Berechnungstool zum CO2-Gehalt in Ihrem Aquarium finden Sie hier.

 Laugenkrankheit (pH>9)

Ist der CO2-Gehalt im Aquarienwasser zu gering, so findet eine sogenannte "biogene Entkalkung" statt. Dadurch sinkt die Karbonathärte (KH) die für die Stabilisierung des pH-Wertes verantwortlich ist. Die Folge ist dann (nach "aufbrauchen" der KH) ein rapider Anstieg des pH-Werts! Dies geschieht auch bevorzugt dann wenn die Pufferung durch die Karbonathärte (KH) des Wassersvon vornherein zu gering ist. Empfehlenswert ist eine KH>6. Weitere Informationen erhalten Sie hier.
Wichtig: Alle Fische haben unterschiedliche Ansprüche an den pH-Wert. Die Obergrenze von 9 stellt nur einen Durchschnittswert dar.

 Säurekrankheit (pH<5.5)

Ist die KH zu gering und der CO2-Anteil im Aquarienwasser zu hoch, so sinkt in Folge der gebildeten Kohlensäure der pH-Wert. Maßnahme: entwedeer die KH erhöhen, oder die CO2-Zufuhr regulieren.
Wichtig: Alle Fische haben unterschiedliche Ansprüche an den pH-Wert. Die Untergrenze von 5.5 stellt nur einen Durchschnittswert dar.

 Gasblasenerkrankung

Wird ein neu gekaufter Fisch auf dem Transport nach Hause langsam abgekühlt, so erhöht sich die Löslichkeit von Gasen im Transportwasser und auch im Fisch selbst (z.B. die Atemgase im Fischblut). Wird nun der Fisch ohne langsame Anpassung in das wärmere Aquarium umgesetzt, so nimmt schalgartig die Gaslöslichkeit im Körperinneren zu, und es entstehen sehr schnell Gasbläschen! Diese können nicht aus dem Fisch entweichen und bilden z.B. in den Blutgefäßen tödliche Embolien.