Bakterielle Infektionen stellen ein ganz besonderes Problem in der Aquaristik dar, da sie nur schwer zu bekämpfen sind. Außerdem ist es bei erkennen der Krankheitsmerkmale oftmals schon zu spät für eine Behandlung. Die wichtigsten Infektionen sind:
Behandlung:
Bei bakteriellen Infektionen gilt: Vorbeugen ist besser al Heilen! Eine Artgerechte
Zierfischhaltung bei vernünftiger Besatzdichte, guter Wasserqualität
und gesundem Futter sorg für ein stabiles Immunsystem. Sollte doch einmal
eine Behandlung notwendig sein, so sollten die Rahmenbedingungen im Aquarium
optimal sein.
Um Bakterielle Infektionen einzudämmen werden gelegentlich Antibiotika
eingesetzt. Diese müssen vom Veterinärmediziner verschrieben werden.
Ein großer Nachteil: Antibiotika schädigen die Filterbakterien! Dies
kann dann zu sich rapide verschlechternden Wasserwerten führen. Die Ammoniak-
und Nitrit-Konzentrationen sind also unbedingt im Auge zu behalten! ein weitere
Schwachpunkt ist die Tatsache, dass Antibiotika nur gegen noch nicht resistente
Stämme wirken. Die Wahl der nicht-antibiotischen Medikamente aus der Masse
der im Fachhandel angebotenen gängigen Präparate treffe man mit Hilfe
des Kapitels Medikamente .
Eine medikamentöse Behandlung der Fisch-Tuberkulose ist derzeit nicht möglich. Vorsorglich sollte man keine Fische einsetzen die auch nur die geringsten Krankheitsanzeichen zeigen und auf optimale Wasserwerte achten.
Columnaris-Krankheit ("Maulpilz")
Bakterielle Erkrankung der Haut und der Kiemen, die auf die Muskulatur und in
seltenen Fällen auch auf innre Organe übergreifen können. Die
erreger sind lange, dünne Flexibakterien. Die Bezeichnung "Maulpilz"
ist also irreführend. Die ersten Krankheitssymptome sind kleine, helle
Flecken auf der Haut, die einen rötlichen Saum zeigen. Im folgenden treten
großflächige Entzündungen mit weiten Bereichen geschädigten
oder abgestorbenen Gewebes auf, und der typische baumwollartige Befall. Bei
Befall der Kiemen kommte es zu Zerstörungen des Kiemengewebes und Atemnot.
Manchmal können auch die Flossen stark geschädigt werden, so dass
es scheint, der Fisch habe Flossenfäule.
Einzelne Flexibakterien sind
fast immer auf der Schleimhaut des Fisches anzutreffen. Zu einer Massenvermehrung
kommt es nur bei schlechten Umweltbedingungen.
Die Flossenfäule wird durch Bakterien der Gattung Aeromomas, Pseudomonas oder Vibrio verursacht, die ihr zerstörerisches Werk aber eigentlich jur ausführen können, wenn der Fisch durch nicht artgerechte Haltung oder auch Parasitenbefall vorgeschädigt ist. Die ersten Symptome sind eine leichte Eintrübung der Flossen oft in Verbindung mit einem weißlichen Saum an den Rändern. Im weiteren Verlauf der Infektion kommt es zu Entzündungen und Zerstörung der Flossenstrahlen bis zur vollständigen Reduktion der gesamten Flosse. Besonders häufig erkranken langflossige Fischarten und Zuchtformen mit Schleierflossen.
Bauchwassersucht, Glotzaugen, Schuppensträube und Geschwüre
Hier soll zunächst über die bakteriellen Infektionen durch Aeromonas
und Pseudomonas gesprochen
werden.
Mit bakterieller Bauchwassersucht wird eine erkrankung beschrieben, bei
der sich in der Leibeshöhle durch Schädigungen und Entzündungen
der inneren Organe, besonders der Leber, eine seröse Flüssigkeit (Ascites,
Bauchwaser) ansammelt, die zu einer Auftreibung des Bauches führt. In Verbindung
damit ist oft eine Schuppensträube zu beobachten die dem Fisch ein
Tannenzapfenähnliches Aussehen verleiht. Auch weit hervortretende Glotzaugen
oder Exophtalmus, sind im fortgeschrittenen Stadium häufige Begleitsymptome.
Sowohl Infektionen der inneren Organe als auch der Haut können zu Geschwürbildungen
führen.
Die Erreger der Fischtuberkulose sind kleine gerade oder kommafürmige
Stäbchenbakterien der Gattung Mycobacterium.
Eine Ansteckung erfolgt von Fisch zu Fisch, aber auch von Bodengrund oder Wasser
zu Fisch. Die Krankheit verläuft sehr schleppend, wobei meist nicht der
gesamte Fischbestand gleichzeitig betroffen ist. Die Bandbreite de Symtome ist
gigantisch. Neben den im vorangegangenen Punkt 'Bauchwassersucht' erwähnten
Symptomen treten weitere Schuppen- und Augenschäden, Flossenzerstörung,
Kiemenschäden und Atemnot, Schwimm- und Verhaltensstörungen, Verkrüppelungen
und Abmagerung auftreten. Die Abmagerung äußert sich in einem höhlbäuchigen
Aussehen (Messerrücken).
Etwa 80% aller tropischen Zierfische sind mit Mycobyterium infiziert!
Besonders anfällig scheinen Zwergbuntbarsche, Salmler und Labyrinthfische
zu sein. Es sei also noch einmal auf die Notwendigkeit optimaler Umweltbedingungen
hingewiesen.
Wichtig: Eine Übertragung auf den Menschen ist zwar selten, jedoch
durchaus möglich. Dies ist jedoch bei weitem nicht mit der menschlichen
Tuberkulose vergleichbar, sondern äußert sich in lokal begrenzten
Hautveränderungen (Schwimmbad-Granulom), und auch nur dann, wenn man häufigen
kontakt mit erkrankten Fischen hat, und die allgemeinen Hygienevorschriften
außer acht lässt. Dies gild besonders für Berührungen mit
dem Aquarienwasser bei offenen Wunden. Auch tote Fische sollte man nie mit der
bloßen Hand anfassen, und die Gerätschaften gründlich desinfizieren.
(siehe Therapie
)