Sie
befinden sich hier: |
Aquarienpflege
|
Pflege von Aquarien und der berühmte Teilwasserwechsel
Allgemein sagt man, ein kleines Aquarium sei
schwieriger zu Pflegen und im biologisch Gleichgewicht zu halten
als ein großes. Dies stimmt meiner Erfahrung nach nur, wenn
man ein sogenanntes "Komplettset" mit den falschen Pflanzen
und zu vielen Fischen ausstattet.
Die Nachteile dieser Komplettsets, und wie man sie
beseitigen kann erfahren Sie hier:
--> Link: 
Nun zur Aquarienpflege:
Welche
Pflegemaßnahmen sind erforderlich um Aquarien
mit kleinen Volumina von 50 - 60 L im biologischen Gleichgewicht
zu erhalten?
|
Tätigkeit
|
Beschreibung und
Nutzen |
Teilwasserwechsel
(TWW)
(wöchentlich)
Man sollte jede Woche einen Teil
des Aquarienwassers gegen frisches, aufbereitetes Wasser
austauschen, um überschüssige Nährstoffe
die durch den biologischen Abbau der Fischausscheidungen
und abgestorbener Pflanzenteile entstehen, zu entfernen.
Dabei sollte man beachten, dass die Besatzdichte des
Aquariums und die Art und Häufigkeit der Fütterung,
die Menge des ausgetauschten Aquarienwassers und die
zeitlichen Abstände der einzelnen TWW bestimmt.
Entscheidend ist ebenfalls die Qualität des Leitungswassers.
Häufig sind die Leitungswässer schon von vornherein
mit Nitraten oder Phosphaten so hoch belastet, dass
man durch einen Teilwasserwechsel alles nur noch schlimmer
macht. Dann sollte man z.B. über Kunstharze filtern
die Phosphate und Nitrate binden. Biologisch kann man
dem Wasser den Nährstoffüberschuss z.B. auch
durch Efeutute oder Schwimmpflanzen entziehen. Die Schwimmpflanzen
müssen dann regelmäßig "geerntet"
werde und treten an die Stelle des Wasserwechsels. Dies
funktioniert jedoch nur bei schwach besetzten und sparsam
befütterten Aquarien. Außerdem ist dann eine
regelmäßige (am Besten wäre 2x wöchentlich)
Überprüfung der Nitrat, Nitrit und Phosphat-Werte
erforderlich. Experimentell habe ich die folgenden Regeln
erstellt. Diese sind als Anhaltspunkte gedacht, und
durch überprüfen der Wasserwerte auf das jeweilige
Aquarium abzustimmen:
1. Wert |
Gesamtlänge
aller Fische (Betrag in cm)
|
1. Rechenschritt |
Wert 1 multiplizieren
mit F = Wert 2
F bei schwacher Futterbelastung = 12
F bei mittlerer Futterbelastung = 16
F bei sehr starker Futterbelastung =
20
|
2. Rechenschritt |
Wert 2 dividiert
durch 100 = M
|
Ergebnis |
M einspricht
der Menge an Wasser in Litern das dem Aquarium
nach sieben Tagen entnommen und gegen frisches,
aufbereitetes Wasser ausgewechselt werden
sollte.
|
Georgs TWW-Formel: |

|
|
Wasseraufbreitung
(beim Teilwasserwechsel wenn erforderlich)
Da das Leitungswasser vielerorts
nicht das optimale Aquarienwasser darstellt, ist es
häufig notwendig, die Härte des Wassers an
die Fischbedürfnisse anzupassen. Dazu mischt man
zwei Ausgangswasser unterschiedlicher Härte so,
dass der gewünschte Härtegrad erreicht wird.
Um das Mischungsverhältnis zwischen Wasser 1 und
Wasser 2 berchnen zu können kann man die sogenannte
Kreuzregel verwenden:

Anwendung:
Man trägt C1, C2, und Cw ein. Die Differenz
zwischen C1 und Cw ergibt t2. Die Differenz zwischen
C2 und Cw ergibt t1. t1 + t2 = f. Man hat nun drei Werte
ermittelt die man folgendermaßen verwendet:
Möchte man insgesamt X Liter Wasser mit
Cw, so rechnet man:
Ein Beispiel: DasLeitungswasser hat GH 17, gewünscht
ist ein Aquarienwasser mit GH 9 und es wird mit Osmosewasser-Wasser
mit GH 3 gemischt:
Dann ist C1 = 17, C2 = 3, Cw = 9. Es ergibt sich
damit: t1 = 6, t2 = 8und f = 14. Man benötigt also
6 Teile Ausgangswaser 1 und 7 Teile Ausgangswasser 2.
Möchte man z.B. 10 L Wasser mit einer Gesamthärte
von 9, so muss man 10 * 6/ 14= 4,29 L Ausgangswasser
1 und 10 * 8 / 14 = 5,71 Liter Ausgangswasser
2 mischen.
|
Pflanzenpflege
(nach Bedarf) |
Schnell
wachsende Pflanzen wuchern schnell das Aquarium zu,
entziehen den Fischen Schwimmraum und den unteren Pflanzen
Licht. Deshalb ist es etwa alle 2-3 Wochen notwendig
die schnell wachsenden Stengelpflanzen zurückzuschneiden.
Oft empfiehlt es sich, den unteren Teil zu entfernen
und den oberen Teil neu einzusetzten.
Langsam wachsende Pflanzenarten kann
man meist nach sechs Monaten herausnehmen, entsprechend
der Pflanzenart Teilen und neu einsetzen. Dabei sollte
man die Wurzeln auf ca. 2-3 cm einkürzen, da sonst
die Gefahr besteht, dass beim Wiedereinsetzen ein Teil
der längeren Wurzeln abknickt und das untere Ende
abfault und das Aquarium unnötig belasten.
Sind Pflanzenteile stark mit Algen
belastet, so würde ich diese entfernen, da sie
nach einiger Zeit ohnehin absterben und der Pflanze
nur Kraft entziehen - denn eine Photosynthese kann in
diesen Blättern dann kaum noch stattfinden, aber
die Energie zur Lebenserhaltung wird weiter benötigt.
Diese wird den noch gesunden Blättern entzogen
welche dann geschwächt ebenfalls von Algen bewachsen
werden können.
|
Filterwartung
(wenn die Leistung
nachlässt) |
Merkt
mann, dass der Filter "zu" ist, so empfiehlt
sich in Kombination mit einem Teilwasserwechsel das
Filtermaterial in Aquarienwasser oder - falls notwendig
- mit lauwarmem Leitungswasser auszuwaschen. Die Kulturen
der nützlichen Mikroorganismen, die das Aquarium
im biologischen Gleichgewicht halten muss dabei erhalten
bleiben. Deshalb die Filtermaterialen nicht allzu pingelig
auswaschen - und keinesfalls mit heißem oder zu
kaltem Wasser!
|
Bodengrund
reinigen
(etwa jährlich -
nach Bedarf) |
Der
Bodengrund und der darin befindliche Schlamm sind von
immenser Bedeutung für die Biologie des Aquariums.
Jedoch kann bei starkem Besatz, starker Fütterung
und schwacher Bepflanzung die Menge des anfallenden
Kots so hoch sein, dass sich er nicht schenll genug
abgebaut wird und sich der Bodengrund zusetzt und nicht
mehr "atmen" kann. Dann sollte man etwa die
obere Häfte mit einem Mulmabsauger auswaschen.
|
Leuchtstoff- röhren
auswechseln (jährlich) |
Da sich
die spektrale Zusammensetzung des Leuchtstoffröhren-Lichtes
mit der Zeit verschiebt, ist es leider erforderlich,
die Röhren nach etwa einem Jahr auszutauschen.
Jedoch sollte man wenn möglich nie alle Röhren
gleichzeitig austauschen, sondern idealerweise (bei
einer "zweiflammigen" Abdeckung) alle sechs
Monate eine, um den Pflanzen einen Licht-Umstellungsschock
zu ersparen. Denn dies führt zu einer zeitweiligen
Schwächung der Pflanzen die während dieser
Zeit schwächer assimilieren. Das hat dann einem
Nährstoffüberschuss zur Folge der sofort von
Algen ausgenutzt wird. Algen hat man unter umständen
innerhalb von 2 Wochen im Aquarium - man braucht jedoch
mindestens drei Monate um sie wieder loszuwerden.
|
|