Lebendfutter gehört zu den beliebtesten und gesündesten Futterarten für Zierfische. Es regt die Vitalität an und versorgt die Fische mit wichtigen Nährstoffen. Hier geht es um die Zucht von Artemia salina und Wasserflöhen (Daphnia pulex).

 

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Futtertierzucht

 

 

Teil 1: Wasserflohzucht

Hier wird über die erfolgreiche Zucht von Wasserflöhen (Daphnia pulex) berichtet die sich sehr gut als Zierfischfutter eignen. Man sollte jedoch nicht ausschließlich Daphnien verfüttern da sie überwiegend Ballststoffe enthalten. Bei mir hat sich die folgende Vorgehensweise als sehr ertragreich erwiesen:

1. Materialien

Durch Schläge mit ihren Antennen bewegen sich die Wasserflöhe fort. Dadurch scheinen sie durch das Wasser zu "hüpfen".

kleines Aquarium (Volumen ca. 10 L)

Schlamm aus einem sauberen, fischfreien Gewässer das nicht an einer Straße oder an Feldern liegt die gedüngt werden. Ein kleiner Waldbach zum Beispiel.

(Schwimmpflanzen) oder Efeutute

Schnecken (!) - diese fressen Algen, tote Tiere und Schalenreste die bei der Häutung übrigbleiben - der Kot dient als Substrat für Organismen die dem Wasserflohnachwuchs erste Grundlagen bieten - Ideal sind Tellerschnecken, da sich diese weniger schnell vermehren als Schlammspitzschnecken.

Beleuchtung (z.B. Energiespar-Pflanzenleuchte)

Membranpumpe, Luftschlauch, KEIN Ausströmer - es werden GROBE Luftblasen benötigt!

2. Futter

Preis Microplan oder LIQUIFRY

3. Pflege

TÄGLICH (am besten morgens und abends) füttern

wöchentlich 1 L Teilwasserwechsel gegen abgestandenes Wasser mit Hilfe eines feinen Filterschwammes an der Einsaugöffnung des Abwasserschlauches, damit keine Tiere mit eingesaugt werden.

(überschüssige Schwimmpflanzen nach Bedarf entfernen)

Algen nicht entfernen da sie mithelfen das Zuchtbecken im biologischen Gleichgewicht zu halten

 

Der Tümpel

Und hier ein Bild von meinem kleinen Tümpel kurz nach der Fütterung. Das Wasser ist trübe. Nach etwa 10 Stunden ist das Wasser wieder klar.

Die Leuchte bietet Energie und die Efeutute saugt überschüssiges Nitrat und Phosphat aus dem Wasser. Alle zwei Tage kann eine gute Portion Daphnien mit dem Artemiasieb "geerntet" werden.

 Artemiasieb

Dieser kleine Waldbach ist eine idelae Quelle für den Bodenschlamm.

 

Dieser kleine Waldbach ist eine ideale Quelle für den Bodenschlamm. Die Quelle entspringt etwa 200 Meter weiter oben mitten im Wald. In der Nähe befinden sich weder Felder (von denen eventuell Pestizide in das Wasser gelangen könnten) noch eine Straße. Das Wasser hat Trinkwasserqualität.

 

 Teil 2: Artemiazucht

Zucht von Artemia Salina ("Urzeitkrebse")

 

Hier ist nicht die Zucht von Artema Nauplien (das sind die gerade geschlüpften Salinenkrebschen, die man als Auzuchtfutter für Jungfische verwendet) beschrieben, sondern die Zucht der erwachsenen Tiere. Diese werden 1 - 1.5 cm lang und sind ein hervorragendes Fischfutter.

Salinenkrebschen sind noramerlweise lebendgebärend was hier ausgenutzt wird. Nur wenn die Salzseen austrocknen, in denen die Krebse normalerweise leben, und folglich der Salzgehalt steigt, dann legen die Krebse Dauereier die die Trockenzeit überleben sollen. Diese Eier kann man kaufen. In entsprechendes Salzwasser gebracht schlüpfen die Krebschen nach ca. 30 Stunden und können entnommen werden um sie an Jungfische zu verfüttern. Ein Problem, wenn man die Krebschen über das Jungstadium hinaus am leben lassen möchte damit sie Nachkommen zeugen können, besteht darin, dass die Eischalen das Wasser belasten und nur sehr schwer vollständig zu entfernen sind. Aus diesem Grund sei hier die folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:

 

Man richtet ein Becken wie in Abb. 1 beschrieben ein, und lässt es eine Woche in Betrieb, damit eine Grundlage für das spätere biologische Gleichgewicht gelegt ist. (Das Becken ist unten noch genauer beschrieben.

 

Dann kauft man beim Aquaristikhändler eine Tüte lebende Salinenkrebschen und gibt diese in das Becken.

 

Alle zwei bis drei Tage füttert man die "Urzeitkrebse" mit Liquizell oder Microzell, das man ebenfalls beim Händler bekommt.

 

Nach einiger Zeit erkennt man eine deutliche Vermehrung der Tiere und kann sie zur Verfütterung entnehmen. Dazu siebt man sie aus dem Zuchtbecken und spült sie vorsichtig mit klarem Wasser ab, damit kein Salz in das Aquarium gelangt.

 

 Zuchtanlage:

Die Zuchtanlage

Abb. 1

 

Erklärung zu Abb.1:

 

Warum der Zeolithbodengrund? Zeolith bindet Nitrate (und Phosphate) und ist somit ein Pfanzenersatz. Diese würden normalerweise die Nitrate und Phosphate aufnehmen. Das Zeolith sollte vor Verwendung mit klarem Wasser gespült werden.

 

Warum der Billy-Filter mit dem großen, feinen Filterschwamm? Durch die große Filterfläche ist einerseits ein gute biologische Wirkung garantiert, und andererseits (was noch wichtiger ist) wird die Ansaugwirkung auf eine große Fläche verteilt. Dadurch werden die Jungtiere nicht angesaugt, und auch das Futter verschwindet nicht einfach im Schwamm.

 

Warum der zusätzliche grobe Filterschwamm am Auslauf? Dadurch werden die normalerweise auftretenden Luftblasen an der Wasseroberfläche vermieden, die ansonsten beim Zerplatzen die jungen Salinenkrebschen aus dem Becken schleudern könnten (und würden).

 

Wie sollte das Wasser beschaffen sein? Ein guter Salzgehalt ist 15g pro 1L Wasser. Für 10L Wasser benötigt man also 150g  jodfreies Speisezalz. Das Wasser sollte aufbereitet sein, und das Salz muss Jodfrei sein.

Man kann durch Abdecken der Anlage mit einer Plexiglasscheibe eine Verdunstungs- verminderung errreichen. Verdunstetes Wasser sollte mit destilliertem Wasser (aus der Drogerie) aufgefüllt werden. Nach etwa drei Wochen sollte man außerdem die Hälfte des Wassers gegen frisches austauschen (Teilwasserwechsel), damit überschüssige Schadstoffe aus dem Aquarium gelangen. Eine Algenbildung im Zuchtbecken ist absolut wünschenswert. Diese bilden eine weitere Nahrungsgrundlage für die Futtertiere und sorgen außerdem für ein stabileres biologisches System. Das Becken sollte an einem Ort mit 20-28 °C stehen und auch beleuchtet werden. Sonnenlicht ist empfehlenswert, aber die Sonne sollte nicht den ganzen Tag auf das Becken scheinen. Eine normale Pflanzenleuchte ist ebenfalls eine gute Beleuchtungsquelle.

 

Viel Erfolg!

 

 

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