Ein "nacktes" Aquarium nur mit Kies und Pflanzen wirkt auf manchen Betrachter etwas fade. Hier erfahren Sie wie man Aquarien mit natürlichen Elementen eindrucksvol gestalten kann.

 

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Bodengrund, Dekowurzeln, Rückwände, Buchenlaub & Co.

Gestaltungstipps für die Einrichtung von Aquarien.

 

 Inhalt:

 

 1. Bodengrund

Tipps zum Thema Kies und Pflanzen-Nährsubstraten im Bodengrund.

 2. Dekowurzeln

Welche Wurzeln sind dauerhaft für Aquarien geeignet?

 3. Rückwände

Bastelanleitung für eine Aquarienrückwand im Eigenbau.

 4. Buchenlaub

Informationen über die Eigenschaften von Buchenlaub im Aquarium.

 

Da die "Dekoration" im Aquarium einen wesentlichen Beitrag zum Gesamteindruck der Unterwasserwelt leistet, aber auch für eine artgerechte Haltung bestimmter Zierfischarten oder Planzen notwendig ist, sind hier einige Dekorationsmöglichkeiten aufgeführt. Über Kritik, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge freue ich mich immer.  email

 

Es hat sich bei mir immer wieder gezeigt, dass die Verwendung eines Pflanzen-Nährsubstrates als unterste Bodengrundschicht unbedingt erforderlich ist, da sonst die Wurzeln z.B. der Cryptocorynen nicht tiefer in den Boden eindringen, sondern aus ihm heraus in das Wasser wachsen. Dies sieht zum einen unschön aus, und zum anderen kann so die wohl wichtigste Funktion, nämlich den Bodengrund mit Sauerstoff zu versorgen nicht stattfinden. Der Boden fängt dann früher oder später an zu faulen. Als Bodengrundhöhe habe ich bei den eingesetzten Pflanzenarten ca. 6 cm als optimal empfunden. Eine größere Schichtdicke bis 10 cm wäre wohl auch nicht schlecht, jedoch geht dann bei den ohnehin kleinen 54 L Aquarien sehr viel vom Schwimmraum und der Ästhetik an sich verloren. Das Nährsubstrat nimmt als unterste Schicht etwa 0,5 bis 2 cm in Anspruch. Als Deckschicht benutze ich Kies mit 2-3 mm Körnung. Dieser hat keine scharfen Kanten und ist leicht zu Pflegen. Bei der Verwendung von schwarzem Kies sehen z.B. Neons überwältigend gut aus, und da diese Fische es ohnehin nicht so grell mögen zeigen sie sich auch weniger schreckhaft. Da dieser Bodengrund das Licht so gut wie gar nicht reflektiert ist natürlich auf eine ausreichende Beleuchtung von oben zu achten.

 

Da ich vor einiger Zeit schlechte Erfahrungen mit im "Aquaristikfachhandel" angebotenen Dekowurzeln gemacht habe, möchte ich jedem empfehlen nur Moorkienholz zu verwenden. Alles andere verfault im Wasser. Leider kann ich mich nicht mehr an die Bezeichnungen der gekauften Wurzeln erinnern, aber mit Moorkienholz habe ich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Bevor ich die Wurzeln in das Aquarium gebe wässere ich diese ein bis zwei Wochen in einem belüfteten Bottich bei dem ich alle drei Tage das Wasser wechsle, da in dieser Anfangszeit teilweise extrem viele Gerbstoffe das Holz verlassen.

 

Diese sehr dekorativen Aquarienelemente habe ich mir teilweise selbst aus Styroporplatten und Fugenmörtel gebastelt. So habe ich die Rückwände hergestellt:

 

I)

Materialien: 3 cm starke Styroporplatten, Fugenmörtel in zwei verschiedenen Farben, Aquariensilikon

II)

Werkzeuge: Teppichmesser, Lötkolben, Pinsel, Gefäß zum Anrühren des Mörtels

III)

Eine Styroporplatte auf Rückwandgröße zuschneiden.

IV)

Kleine Styroporstücke zurechtschneiden und als Erhebungen, Platformen (auf die man später Javamoos oder Anubias pflanzen kann) oder Verstecke mit Aquariensilikon aufkleben. Die aneinanderliegenden Klebeflächen müssen glatt sein und ganzflächig mit Silikon eingeschmiert werden um eine optimal haltbare Verbindung herzustellen die dem Auftrieb des Styropors dauerhaft stand halten kann.

V)

Mit einem Lötkolben (am besten an der frischen Luft) der ganzen Sache ein plastisches und "rundes" Aussehen verleihen.

VI)

Mit dem Pinsel den Fugenmörtel in mehreren Schichten auftragen bis etwa 3 mm Mörtel aufgetragen sind. Dabei kann man mit den beiden unterschiedlichen Farben den plastischen Effekt noch verstärken.

VII)

Nach dem Trocknen kann man das "Kunstwerk" mit Silikon an der Aquarienrückscheibe festkleben. Das Ganze sollte zwei bis drei Woche lüften.

 

Hier eine kleine Animation zur "Bauhistorie" und ein Foto der fertigen Rückwand im Aquarium.

 

In diesen Schritten entsteht aus etwas Styropor, Aquariensilikon und Fugenmörtel eine naturnahe Rückwand.

 

Die Rückwand im fertig eingerichteten Aquarium.

 

 

Das Buchenlaub erfüllt mehrere Funktionen im Aquarium. Da in den natürlichen Biotopen vieler Fische (z.B. Schmetterlingsbuntbarsche) häufig eine dicke Schicht Falllaub am Gewässerboden liegt, in der die Fische Schutz finden und nach Nahrung suchen können, empfiehlt sich schon aus diesem Grund eine Nachahmung im Aquarium. Dabei ist der dekorative Nebeneffekt in vielen Fällen eine willkommene Bereicherung des Aquariums. (Einige Fische laichen auch gerne an den Blättern ab.) Warum ausgerechnet Buchenlaub? Zunächst einmal zu der Bezeichnung "Laub". Dies ist die Bezeichnung für die Gesamtheit der Blätter grüner Pflanzen. Hier sind aber natürlich nur die abgestorbenen, braunen Blätter gemeint! Im Herbst stirbt das grüne Chlorophyll in den Blättern ab und macht dem gelben Xanthophyll und den roten Carotinoiden platz, die dann sichtbar werden. Nachdem diese oxidiert wurden, sieht das Blatt dann braun aus. Die braunen Farbstoffe sind z.T. Wasserlöslich. Es soll sich dabei u.a. um Gerbstoffe handeln, die eine pH-stabilisierende Wirkung haben sollen, und das Blatt vor einer schnellen Zersetzung schützen. Durch den hohen Anteil an Gerbstoffen im Buchenlaub wird dies bevorzugt eingesetzt, da es sich länger als andere Laubsorten im Wasser hält. Man sollte es vermeiden Blätter zu nehmen die noch nicht vollständig oxidiert sind, da diese sonst fäulnisbeding das Wasser belasten könnten.

 

Die Vorbehandlung der Blätter:

 

1.

Im Wald (nicht an einer Straße oder im Stadtpark) abgestorbene (braune) Buchenblätter von der Erde aufsammeln.

2.

Die Blätter z.B. in einen Topf geben und mit 80-90°C heißem Wasser übergießen und abkühlen lassen (heißeres Wasser könnte die Blattstruktur zu stark schädigen) . Den Ansatz etwa 8 Stunden stehen lassen.

3.

Schritt 2. drei mal wiederholen.

4.

Die Blätter noch einmal mit kaltem, klarem Wasser abspülen und auf dem Aquarienboden verteilen.

 

So sehen die Buchenblätter aus. Man sollte die kräftigen Blätter von der Erde auflesen, und nicht die dünneren hellen Blätter.

In diesem Buchenwald kann man optimales Material finden.

So sollten die Buchenblätter aussehen. Kräftig aber schon vollständig oxidiert.

Dieser Buchenwald ist das ideale "Jagdrevier" auf der Suche nach geeignetem Buchenlaub.

 

Der "Ansatz" wird drei mal aufgegossen.

 

Hinweis: In Aquarien mit einer kräftigen Strömung wirbeln die Blätter umher, bzw. sammeln sich irgendwann in einer Ecke oder verfangen sich in den Pflanzen. Dies ist nicht der eigentliche Sinn der Sache. Die Blätter sollen vielmehr eine Bodendeckschicht bilden. Dies gelingt bevorzugt in Becken mit schwacher Strömung!

Der "Ansatz": Das Laub wird drei mal mit ca. 90°C heißem Wasser aufgegossen.

 

 

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